ktmdriver schrieb:
Hallo
ich weis von einer Empfehlung ein Kurbelwellenlager als Zylinderrollenlager ausführen.Weiß jemand die Lagerbezeichnung?
Kann man machen - muss man aber nicht ...?
Was ist das Ziel?
Ein ZyRoLa hat i.d.R. eine höhere Tragzahl, als ein RiKuLa, auf den ersten Blick könntest Du Lebensdauer gewinnen. Aber: Ein ZyRoLa kann fast keine Axialkräfte verdauen, das kann ein RiKuLa besser, Schrägkugellager noch besser. Und RiKuLa können Taumelbewegungen der Kurbelwelle natürlich auch besser verdauen, als ZyRoLa das können, d.h. leichte Schiefstellungen der Kurbelwellenzapfen durch dynamische Biegungen durch die Massenkräfte bei hohen Drehzahlen verdaut das RiKuLa besser.
Du solltest wissen und bewerten können, wie die gesamte Kurbelwellenlagerung ausgeführt ist: Sind die beiden Hauptlager Rillenkugellager oder womöglich Schrägkugellager, die vorgespannt eingebaut sind? Ist eines der beiden Hauptlager als Festlager, das andere als Loslager konstruiert, oder ist die Kurbelwelle "schwimmend" zwischen beiden eingebaut? Sind die Kurbelzapfen außen nochmals in einem dritten/vierten Lager abgestützt? Müssen die beiden Hauptlager Axialkräfte aufnehmen, z.B, durch einen schräg verzahnten Primärtrieb? Wenn Du eines der beiden Hauptlager durch ein ZyRoLa ersetzt, kann dann das andere die Axialkräfte (in beide Richtungen) aufnehmen?
Ich kenne Konstruktionen, da ist ein Tausch eines Kurbelwellen-RiKuLa in ein ZyRoLa machbar und sinnvoll, z.B. bei den alten 250er Drehschieber-MAICO. Bei den Zweizylinder-Ducatis sind Schrägkugellager als Hauptlager verbaut, die sogar deutlich gegeneinander vorgespannt eingebaut werden. Das Alu-Motorgehäuse dehnt sich bei laufendem Motor (Erwärmung) stärker aus, als die Stahlkurbelwelle, dann reduziert sich die Lagervorspannung.
Soll heißen: Es kann nicht schaden, die Konstruktion des Motors verstanden zu haben, sonst wird Deine Modifikation schnell zur "Verschlimmbesserung" ...