
Der weltweite Motorradmarkt wird derzeit überflutet von neuen, in Europa teilweise völlig unbekannten Motorradmarken und -Modellen aus dem chinesischen Wirtschaftsraum. Blankes Kopieren ist dabei immer öfter dem eigenen Gestalten gewichen. Ostasiatische Unternehmen scheinen sich dabei nahezu täglich in der schieren Unendlichkeit ihrer IT-Lösungen (Stichwort Cockpitfeatures) überbieten zu wollen.

Wollen europäische Motorradhersteller auch in Zukunft ein Stück vom begrenzten Motorradmarkt für sich beanspruchen, braucht es neben der etablierten technischen Qualität und dem gut ausgebauten Händlernetz, Kreativität und Mut zu neuen, unkonventionellen Ideen.

Das, was jetzt einem italienischen Paparazzo vor die Linse geraten ist, ist dennoch ziemlich unerwartet:
Ein dreirädriges Offroadfahrzeug

Bevor ein besonders aufdringlicher Fotograf Anfang dieser Woche vom Werkspersonal verscheucht werden konnte, war es ihm gelungen, trotz aufgesteller Sichtschutzzäune einen Schnappschuss eines fast völlig ungetarnten Testfahrzeuges auf dem Werksgelände in Rignano sull'Arno zu landen.

Schon länger wurde in Fachkreisen darüber spekuliert, wie weit Betamotors Überlegungen zum ersten eigenen Elektromotorrad gediehen sind. Ein Dreirad für das Gelände hatte kein Marktbeobachter auf dem Schirm. Anders als bei bereits bekannten dreirädrigen Motorrädern ist auf dem Foto deutlich das zweite Hinterrad im Heckbereich des Fahrzeuges zu erkenen.

Nachdem vorgestern aus einem internen Mailverkehr ein schwarzweiß Foto geleakt wurde, sieht sich heute der Hersteller genötigt, eine kurze und knappe Werksinformation, ohne tiefgehenden Details, an die Presse zu geben.

Um auch älter werdenden Enduristen das sichere Fahren im Gelände zu ermöglichen und um diese Zielgruppe mit fortschreitenden Bewegungseinschränkungen nicht zu verlieren, seien eigene Nachwuchskräfte im Rahmen vom firmeninternen Optimierungsprozess auf diese Idee gekommen. Zusätzlich hege man die Hoffnung, jungen Menschen den Einstieg in den Offroadbereich trotz der Social Media geprägten Unbeweglichkeit zu erleichtern.
Bisherige Fahrtests sollen vielversprechend sein und die Skepsis selbst bei professionellen Werksfahrern genommen haben. Ob diese Fahrzeuge "Motorrad" heißen werden und ob diese Gattung nicht nur auf dem amerikanischen Kontinent sondern auch in Europa angeboten werden könnte, ließ der italienische Hersteller aktuell noch genauso offen wie einen möglichen Markteinttritt.