Wiwi schrieb:
Ich habe vor einer Weile auch mit dem Gedanken gespielt, mir eine Zweitakt-Enduro zuzulegen:
Eine X-Trainer oder eine Freeride, ich hab auch hier schon nach der "Alltagstauglichkeit" gefragt und die X-Trainer eines Bekannten begutachtet.
Leider musste ich erkennen, dass es für mich einfach keinen Sinn macht:
Die Lehmgrube, in der ich mich vor über 20 Jahren ausgetobt habe und wo Endurofahrer halbwegs geduldet waren, ist mittlerweile zugeschüttet. Die zahlreichen Kiesweiher in unserer Gegend sind mittlerweile Badeseen oder Naturschutzgebiete.
Ich bin mittlerweile einfach zu alt und vernünftig, dass ich nicht mehr quer durch Wald und Wiese heize und auch die Zeiten haben sich geändert: Man muss mittlerweile schon als Mountainbiker mit Einschränkungen und Verboten leben, da wird das Beackern der Landschaft mit Motorsportgeräten von der Mehrheit einfach nicht mehr geduldet.
Es gibt noch einige Feldwege, an denen (noch) kein Verbotsschild steht und ab und an ein paar ungeteerte Ortsverbindungen, die legal befahren werden dürfen.
Dafür brauche ich aber keine Sportenduro, egal ob 2 oder 4-Takt, dafür reicht mir meine Alp.
Und da komme ich ins Grübeln:
Warum gibt es eigentlich keine halbwegs sportliche, bezahlbare und alltagstaugliche Enduro mehr?
(alltagstauglich = zuverlässig, sparsam und zeitgemäße Wartungsinterwalle)
Die Honda CRF ist eher ein Strassenmotorrad in Endurooptik, die Suzuki DR-Z4 wiegt 150 Kg und ist einfach zu teuer, die KTM 390 R ist günstig, aber mit 160 Kg einfach viel zu schwer, die aktuelle Alp geht in die richtige Richtung, aber der tief liegende Auspuff und der exponierte Ölkühler passen einfach nicht zu einer Enduro.
Ich möchte Errungenschaften wie ABS oder Traktionskontrolle nicht verteufeln aber in einem solchen Motorrad brauch ich die nicht, frei nach dem Motto: Was nicht dran ist, wiegt nix und geht nicht kaputt.
Ich kenne jetzt die Zulassungsbestimmungen für Sportenduros nicht, aber warum nutzt jetzt kein Hersteller diese Möglichkeit, wie es Beta seinerzeit mit der alten Alp gemacht hat, um sie noch homologieren zu können?
KTM z.B. könnte den Motor der 390er in den Rahmen einer EXC stecken. Etwas weniger Sitzhöhe, ein etwas größerer Tank, dazu einfache aber gut abgestimmte Federelemente und einem Gewicht von 130Kg. Das sollte, in Indien gebaut, für etwa 8000 € möglich sein, dann wäre auch noch Luft für eine R-Version mit einstellbarem Fahrwerk.
Vielleicht würden dann aber weniger "echte" Sportenduros verkauft werden oder die Politik würde auch diese Zulassungsmöglichkeit noch weiter einschränken.
Du schreibst ja im großen und ganzen sehr vernünftig. Was ich aber nicht verstehe, warum die Suzuki Drz4 und die Ktm 390 für Feldwegtouren zu schwer sein sollen? Sie wiegen in etwa das was früher Xt600 und Co gewogen haben.