Lasst mich aus gegebenem Anlass nochmal was ergänzen.
Ein Kolbenklemmer/fresser/reiber kann 1001 Gründe haben, die teilweise mit dem Benzin-Ölgemisch, sei es im Sprit oder via Pumpe, n i x zu tun haben.
Wenn man (mein Verdacht hier) einen eher kalt laufenden Motor zu schnell zu hart ans Gas nimmt, dann dehnt sich der Kolben durch den abrupten Temperaturanstieg schneller aus als der Zylinder. Und wenn das Laufspiel ca. 3/100 unterschreitet, dann nützt die ganze, möglicherweise durchaus optimale Schmierung nix mehr, dann passen Zylinder und Kolben einfach nicht mehr zusammen. Unterstützt wird mein Ansatz durch die offensichtliche Tatsache, dass es danach normal weiterging. Weil nämlich der Kolben nach Abkühlung wieder auf die erwünschte Grösse schrumpelte...gleiches kann in umgekehrter Weise meist bei luftgekühlten Motoren und Wasserdurchfahrten passieren. Der Zylinder wird kalt abgeschreckt und schrümpft, während der Kolben noch heiss und vergrössert ist. Effekt ist der Gleiche.
Und wenn Zweitaktspezis von "Gemisch" reden, dann meinen sie in der Regel nicht das Mischungsverhältnis zwischen Öl und Benzin, sondern das Mischungsverhältnis zwischen Kraftstoff und Luft, welches im Vergaser aufbereitet wird. Zu mager (= zuviel Luft und zuwenig Kraftssoff) heisst 1. zu heiss und zweitens wenig ölhaltiger Sprit und auch das führt zum Kollaps.
Und letzlich spielt da auch die Übersetzung mit rein. Moderne 2T-Enduros sind so übersetzt, dass sie im 6. Gang noch voll ausdrehen. Da muss die Gashand den Motor schützen. Niemand würde mit dem PKW im 4. Gang vollgas auf der Bahn 200 Kilometer heizen, aber genau das passiert mit dem Möppi bei Dauervollgas.
Frank